E-Scooter geklaut – was tun?

Seit Juni 2019 gibt es Elektro-Scooter mit Straßenzulassung. Die elektronisch angetriebenen Tretroller erfreuen sich einer sehr großen Beliebtheit. Die Verkaufszahlen befinden sich im Anstieg. Die Tretroller sind vor allem für das schnelle Fortkommen in der Stadt von Vorteil. Werden Sie abgestellt, sind sie leider sehr schwierig zu sichern. Dies führt dazu, dass es bereits kurz nach der Einführung der E-Scooter zu Diebstählen kam. Nicht immer wird der Roller gestohlen. Auch die Akkus sind ein begehrtes Objekt der Diebe. Wie können Sie sich gegen den Diebstahl Ihres E-Scooter schützen? Wir klären die wichtigsten Fragen. Sie erfahren, was Sie tun müssen, wenn Sie den Diebstahl Ihres E-Scooter bemerken, wer den Schaden bezahlt und welche Strafen anfallen, wenn der Diebstahl aufgeklärt werden kann.

Was muss man beim Diebstahl tun?

Ist der E-Scooter verschwunden, sollten Sie sofort handeln. Je eher Sie den Diebstahl melden, desto schneller kann die Polizei aktiv werden. Haben Sie eine Versicherung abgeschlossen, wird diese den Schaden ersetzen.

Der Polizei melden

Unmittelbar nach dem Bemerken des Diebstahls sollten Sie die Polizei anrufen. Sie geben an, wo Sie den E-Scooter abgestellt und wie Sie ihn gesichert haben.
Die Polizei benötigt verschiedene Angaben und Dokumente. Dazu gehören:

  • Eigentumsnachweis
  • Hersteller Schlüssel-Nr.
  • Fahrzeug-Identifizierungs-Nummer oder Fahrgestell-Nummer
  • Farbe
  • Besondere Merkmale

Achten Sie auf konkrete und wahrheitsgetreue Angaben. Dokumente können Sie zu einem späteren Zeitpunkt in einer Polizeidienststelle nachreichen. Alternativ ist es möglich, die Dokumente online auf digitalem Weg zur Verfügung zu stellen. Von der Polizei bekommen Sie eine Verlustmeldung. Diese reichen Sie bei der Versicherung ein. Die Verlustmeldung dient als Nachweis, dass der Diebstahl bei der Polizei gemeldet wurde und von den Behörden entsprechend verfolgt wird.

Der Versicherung melden

In einem zweiten Schritt melden Sie den Diebstahl Ihres E-Scooter der Versicherung. Auch dies sollten Sie sofort vor Ort erledigen. Ihre Versicherung hat für Schadensmeldungen eine Hotline eingerichtet, die in der Regel rund um die Uhr erreichbar ist. Grundsätzlich sollten Sie nicht zu lange warten, bis Sie den Schaden melden.

Viele Versicherungen haben in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen Fristen definiert. Innerhalb dieser Fristen muss der Schaden gemeldet werden. Andernfalls kann die Versicherung die Regulierung des Schadens ablehnen. Informieren Sie sich über die Fristen in Ihrem Versicherungsvertrag. Es ist jedoch in Ihrem eigenen Interesse, den Schaden so schnell wie möglich zu melden. Nur so können Sie den Schaden ersetzt bekommen.

Regulierung des Schadens nach drei Wochen

Viele Versicherungen regulieren den Schaden nach dem Ablauf von drei Wochen. Wurde der E-Scooter in dieser Zeit nicht wieder aufgefunden, bekommen Sie den Neuwert oder den Wiederbeschaffungswert erstattet. Details zur Karenzzeit und zur Erstattung erfahren Sie in Ihrem Versicherungsvertrag. Die Bedingungen für den Diebstahlschutz können sich bei den einzelnen Versicherern unterscheiden.

Wer zahlt den Schaden?

Für den E-Scooter müssen Sie eine eigene Versicherung abschließen, wenn Sie den Schaden im Falle eines Diebstahls ersetzt bekommen möchten. Eine Teilkaskoversicherung übernimmt den Schaden im Falle eines Diebstahls.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung zahlt den Diebstahl des E-Scooter nicht, da es sich um ein versicherungspflichtiges Fahrzeug handelt.

E-Scooter Versicherung

Möchten Sie mit einem E-Scooter im öffentlichen Straßenverkehr fahren, sind Sie verpflichtet, eine E-Scooter Haftpflichtversicherung abzuschließen. Der Diebstahl des E-Scooter ist aber nicht Bestandteil der Haftpflichtversicherung. Dafür muss eine zusätzliche E-Scooter Teilkaskoversicherung oder Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden, die oft neben der Haftplficht zusätzlich angeboten werden.

Für jedes Schloss das richtige Werkzeug – so werden E-Scooter geklaut

Unterschiedliche Schlösser erfordern – das wissen ambitionierte Fahrraddiebe – auch unterschiedliche Werkzeuge. Mit den richtigen Instrumenten können Fahrraddiebe mit chirurgischer Präzision vorgehen und lautlos, sowie schnell agieren. Die besten Schlösser findest du im E-Scooter Schloss Test.

Die bekanntesten Werkzeuge und ihre Funktionsweise stellen wir hier vor.

Dietrich

Beim Dietrich handelt es sich um ein Werkzeug für Profis. Hiermit werden Schlösser geöffnet, indem das Schloss von innen aufgesperrt wird. Daher wird der Dietrich auch Nachschlüssel genannt. Hat ein Dieb erst einmal die Technik und das notwendige Geschick für die Arbeit mit dem Dietrich entwickelt, so ist das eigentliche Öffnen des Schlosses kein großes Problem mehr. Je kleiner aber die Schlüsselnut ist, desto schwieriger ist das Knacken mit dem Dietrich – die meisten Fahrradschlösser nutzen kleinere Nuten.

Bolzenschneider

Bolzenschneider sind günstig in der Anschaffung und brauchen kein Geschick, sondern lediglich (ein wenig) Kraft. Je länger der Bolzenschneider, desto länger der Hebel und desto weniger Druck ist zum Schneiden erforderlich. Dadurch können Diebe Schlösser schnell knacken. Ein Bolzenschneider kann Ketten, Kabel und Metallriegel durchschneiden – dickere Schlösser erfordern dabei häufig mehrere Schnitte. Mit einem Bolzenschneider lassen sich nahezu alle Schlösser öffnen, zumal selbst starr und stabil wirkende Schlösser in der Regel lediglich gehäusegehärtet sind.

Kabelschneider

Einfache Kabelschlösser sind nur sehr dünn und liefern einem Schneidewerkzeug kaum Widerstand. Kabelschneider sind quasi die Taschenversion eines Bolzenschneiders und daher besonders leicht und unauffällig zu transportieren. Je nach Kabelschneider sind nur wenige Handgriffe notwendig, um ein Kabelschloss zu “knacken”. Der Schnitt selbst ist somit schnell getan, geräuschlos und unauffällig.

Bohrmaschine

Selbst günstige Akkubohrer sind leistungsstark genug, um viele Schlösser aufzubohren. Dass Profis seltener Akkubohrer nutzen, hat vor allem damit zu tun, dass die meisten Schlösser mit anderen Werkzeugen leichter zu knacken sind. Gerade bei Faltschlössern ist der Akkubohrer aber das richtige Werkzeug.

Metallsäge

Eine Metallsäge ist billig in der Anschaffung und passt bequem in jeden Rucksack. Ungehärtete Schlösser können genau wie Ketten relativ einfach und vor allem leise durchgesägt werden. Problematisch wird der Einsatz der Metallsäge allerdings schon bei Schlössern, die auch nur außengehärtet sind. Edelstahl oder Titan sind für für die Metallsäge jedoch überhaupt kein Problem und – je nach Dicke des Schlosses – sind für einen geübten Dieb nur ein bis zwei Minuten pro Schloss erforderlich.

Winkelschleifer

Dies ist die Allzweckwaffe gegen Schlösser jeglicher Art. Der Winkelschleifer ist gnadenlos und schleift sich durch jedes Schloss. Der einzige Nachteil, den Winkelschleifer haben, ist die Auffälligkeit. Die Geräte sind im Betrieb extrem laut und sorgen mit ihrem sichtbaren Funkenflug zumindest für spektakuläre Diebstähle.

Mutternsprenger

Der Mutternsprenger ist eigentlich ein Werkzeug, um festgefahrene und verrostete Muttern zu brechen und so zu entfernen. Auch für ein Falt- oder Handschellenschloss eignet sich der Mutternsprenger, indem er die Kettengelenke and den Schwachpunkten bricht. Dennoch ist viel Zug erforderlich, um das Schloss zu sprengen und bei freihängenden Schlößern nicht gerade einfach.

Welche Strafen drohen dem Täter?

Wird der Täter gestellt, muss er den E-Scooter zurückgeben und den entstandenen Schaden ersetzen. Zusätzlich wird es im Rahmen der Strafverfolgung eine Ahnung der Tat geben. Die zu erwartende Strafe ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zu diesen Faktoren gehören:

  • Alter des Täters
  • Vorstrafen
  • Einkommen
  • Wert des E-Scooter
  • Geständnis

Legt der Täter ein Geständnis ab, kann sich dies strafmildernd auswirken. Gleiches gilt, wenn der Täter bislang noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist. Den Täter erwartet eine Geldstrafe oder er muss Sozialstunden ableisten. Eine Gefängnisstrafe ist sehr selten. Das Strafrecht sieht diese nur bei Intensivtätern vor, die bereits mehrfach gestohlen haben. Täter, die während einer Bewährung einen E-Scooter stehlen, müssen ebenfalls mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Unterschied bei Jugend- und Erwachsenenstrafrecht

Die Art der möglichen Bestrafung ist auch vom Alter des Täters abhängig. Bis zu einem Alter von 14 Jahren sind Jugendliche nicht strafmündig. Dies bedeutet, dass sie für ihre Tat nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Ob die Eltern für den entstandenen Schaden aufkommen müssen, kann in einem Zivilprozess geklärt werden.

Bis zu einem Alter von 18 Jahren werden Täter grundsätzlich nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Dieses sieht im Falle des Diebstahls Sozialstunden als erzieherische Maßnahme vor. Geldstrafen werden nur selten verhängt, nicht zuletzt deshalb, weil Jugendliche in dem Alter in der Regel kein eigenes Einkommen haben.

Im Alter zwischen 18 und 21 Jahren entscheidet der Richter anhand der Entwicklung des Täters, ob er nach Jugend- oder nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Im Erwachsenenstrafrecht werden in der Regel Geldstrafen verhängt. Hier steht die Bestrafung der Tat vor der erzieherischen Maßnahme.

Ist der Täter älter als 21 Jahre, wird grundsätzlich nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

Im Strafgesetzbuch gibt es verschiedene Paragrafen, nach denen eine Verurteilung erfolgen kann. Hier kommt es auf den Tatbestand an, der anhand Ihrer Aussagen und anhand von Zeugenaussagen oder nach dem Geständnis des Täters nachvollzogen wird.

Unbefugter Gebrauch eines Fahrzeugs § 248b StGB

Ein unbefugter Gebrauch des E-Scooter liegt vor, wenn das Fahrzeug von seinem Standort entwendet wurde. Es wird an einer anderen Stelle wieder aufgefunden. Die Strafe für den unbefugten Gebrauch ist in der Regel milde. Das Strafmaß ist unter anderem davon abhängig, ob das Gerät beschädigt wurde. Gegen Zahlung einer Geldbuße kommt hier auch eine Einstellung des Verfahrens infrage. Dies wird angewandt, wenn der Täter noch nie in Erscheinung getreten ist, wenn er seine Tat bereut und wenn er einen eventuell entstandenen Schaden sofort ersetzt hat.

Einfacher Diebstahl § 242 StGB

Ein einfacher Diebstahl liegt vor, wenn die Tat eher zufällig passiert ist. Sie wurde nicht geplant und allein oder in einer Gruppe begangen. Der Täter ist vorher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten und gibt an, dass er den Diebstahl nicht geplant hat. Häufig steht die Lust, ein solches Fahrzeug einmal auszuprobieren, im Vordergrund. Im Gegensatz zum unbefugten Gebrauch entscheidet der Täter bei einem einfachen Diebstahl, das Fahrzeug zu behalten und nicht an einem anderen Ort abzustellen.
Eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße ist möglich, wird aber selten angewendet. Geldstrafen oder Sozialstunden gelten als Mittel der Bestrafung für einen einfachen Diebstahl.

Besonders schwerer Fall des Diebstahl § 243 StGB

Ein Fall des besonders schweren Diebstahls liegt vor, wenn dem Täter bereits mehrere Vergehen nachgewiesen werden können. Wollte er das Fahrzeug weiter veräußern oder hat er bereits häufiger E-Scooter gestohlen, fällt dies ebenfalls unter den besonders schweren Diebstahl.
Die Strafen für das Vergehen sind wie bei allen Straftaten vom Alter und Vorleben des Täters abhängig. Eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße ist nicht möglich. Häufig werden mittlere bis hohe Geldstrafen oder eine hohe Anzahl an Sozialstunden verhängt. Auch eine Gefängnisstrafe ist bei vorbestraften Intensivtätern möglich. Diese kann nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Bewährung ausgesetzt werden.

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