E-Einrad Versicherung

Ein elektrisches Einrad ist bis zu einer maximalen Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h immer versicherungsfrei. Bei Erreichen einer Höchstgeschwindigkeit, die darüber hinaus geht, besteht in Deutschland Versicherungspflicht. Darüber hinaus existiert eine Reglementierung hinsichtlich des Alters des Fahrzeugnutzers: Ab 12 Jahren darf ein elektrisches Einrad mit einer Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h betrieben werden, ab 14 Jahren wird diese Grenze auf 20 km/h angehoben.

Elektrisches Einrad Versicherung – was genau ist das?

Prinzipiell ähnelt die Versicherung für das elektrische Einrad einer Kfz-Versicherung, wie sie für Autos in Deutschland vorgeschrieben ist. Das heißt, dass das Fortbewegungsmittel für einen gewissen Betrag bei einem Versicherer versichert wird. Für die monatliche Prämie, die dafür anfällt, gewährt der Versicherer einen Schutz bei finanziellen Schäden. Dazu zählen zum Beispiel Diebstahl, Vandalismus, Unfallschäden und ähnliche Ärgernisse.

Zur Ermittlung der Prämien, die für die Versicherung des elektrischen Einrads anfallen, wird auch der Wert des Fahrzeugs berücksichtigt – analog zu typischen Kfz-Versicherungen. Weiterhin besteht diese Versicherung aus zwei Teilen: der Haftpflichtversicherung und der Teilkasko- beziehungsweise Vollkaskoversicherung. Auf beide Versicherungsarten gehen die folgenden Abschnitte im Detail ein.

Haftpflichtversicherung

Beim elektrischen Einrad besteht für alle Fahrzeuge, die mindestens 12 km/h erreichen, eine gesetzliche Versicherungspflicht in Deutschland. Ohne jene Versicherung ist die Nutzung des Einrads im Straßenverkehr somit untersagt. Wer ohne gültige Versicherung auf öffentlichen Verkehrswegen mit einem elektrischen Einrad ab 12 km/h Höchstgeschwindigkeit unterwegs ist, riskiert somit empfindliche Strafen. Um den Versicherungsschutz darzulegen, wird eine Versicherungsplakette benötigt.

Der versicherte Schaden beläuft sich, abhängig vom Versicherer und der gewählten Versicherung, auf einige wenige Millionen bis zu 100 Millionen Euro pro individuellem Schadensfall. Falls es zu Personenschäden während der Nutzung kommt, decken die Versicherer jene Schadensfälle mit mehreren Millionen Euro pro involvierte Person ab. Dieser Schadensfall ist immer dann gegeben, wenn an dritten Personen ein Schaden durch das eigene, versicherte Fahrzeug entsteht.

Elektrisches Einrad Teilkaskoversicherung / Vollkaskoversicherung

Sowohl die Teilkaskoversicherung als auch die Vollkaskoversicherung schützen nicht nur vor den obengenannten Risiken, sondern auch vor diversen weiteren Schadensfällen (nähere Erklärungen dazu liefert der nächste Abschnitt). Die Leistungen sind sehr vielfältig und unterscheiden sich je nach Versicherer und genauem Leistungspaket. Außerdem existieren auch Einschränkungen, die jedoch ebenfalls vom Versicherer abhängig sind.

Diese Tatsachen führen dazu, dass sich ein Vergleich diverser Versicherer immer lohnt. Jeder Nutzer besitzt in Bezug auf sein eigenes elektrisches Einrad andere Ansprüche und Bedürfnisse. Das Fahrzeug gegen seltene Naturkatastrophen zu versichern, die im eigenen Wohngebiet praktisch niemals vorkommen, wäre beispielsweise nicht sonderlich zielführend. Entsprechend ist es sinnvoll, vor Vertragsabschluss umfangreich zu vergleichen.

Welche Schadensfälle gibt es?

Die typischen und häufigen Schadensfälle sind in den folgenden Stichpunkten aufgelistet.

Diebstahl
Ein Diebstahl liegt vor, wenn das elektrische Einrad in einem öffentlichen Raum oder auch auf einem Privatgelände von einer unbefugten Person entwendet wird. Aufgrund des relativ geringen Gewichts ist ein Diebstahl bei einem solchen Fahrzeug einfacher umsetzbar als etwa bei Motorrollern, Motorrädern und ähnlichen Fortbewegungsmitteln.

Teildiebstahl
Von einem Teildiebstahl spricht der Versicherer, wenn nur wenige Teile (etwa das Rad oder Elemente der Elektronik) gestohlen werden. Oft schwieriger umzusetzen als der komplette Diebstahl, da spezielles Werkzeug notwendig ist.

Vandalismus
Vandalismus betrifft alle willkürlichen Ausübungen von Gewalt gegen das elektrische Einrad. Darunter fällt die Beschädigung des Geräts (sowohl äußerlich als auch innerhalb der Elektronik) ebenso wie etwa das Zerkratzen der Oberfläche, die Zerstörung des Rades oder auch das Beschmieren des Fortbewegungsmittels mit Farbe.

Totalschaden
Ein Totalschaden bedeutet, dass das elektrische Einrad nicht mehr nutzbar ist. Eine Reparatur ist nicht mehr möglich beziehungsweise so kompliziert, dass sich dieser Akt wirtschaftlich nicht lohnt. Nach einem Totalschaden ist das Einrad nicht mehr nutzbar.

Unfallschaden
Unfallschäden betreffen alle Defekte, die durch Unfälle im Straßenverkehr entstehen. Daran muss nicht zwingend ein zweites Fahrzeug beteiligt sein. Die Spannweite reicht hier von relativ kleinen, oberflächlichen Schäden, welche die Funktionalität kaum oder gar nicht beeinträchtigen, bis hin zu schweren Schäden an der Technik. Ob das elektrische Einrad nach dem Unfall noch fahrtüchtig ist, hängt vom genauen Defekt ab. In jedem Fall ist der Schaden in Ordnung zu bringen.

Sturzschaden
Stürze können nicht nur die Fahrerin oder den Fahrer des elektrischen Einrads in Mitleidenschaft ziehen, sondern auch das Fahrzeug selbst. Da im Vergleich zu den allermeisten anderen Fahrzeugen die Sturzgefahr bei einem Einrad aufgrund dessen Konstruktion recht hoch ist, kann es nicht schaden, sich gegen Sturzschäden abzusichern.

Pannenschaden
Pannen treten immer dann auf, wenn unvorhergesehen Unfälle vorliegen – etwa bei einem defekte des elektrischen Motors während der Fahrt auf dem Einrad oder auch bei einem beschädigten Reifen (etwa durch Überfahren sehr spitzer Gegenstände). Pannen können unter Umständen hohe Schäden verursachen (wenn dadurch beispielsweise Termine verpasst werden). Ein Versicherer kann dagegen schützen.

Akku-Defekt
Wie der Name schon sagt, wird eine elektrisches Einrad mit Strom betrieben – und der wird in einer Akku-Zelle gespeichert. Genauso wie alle anderen Bauteile kann auch jener Akku einen Defekt erleiden. Durch häufiges Aufladen wird der Akku über Jahre hinweg ohnehin seine ursprüngliche Kapazität nicht mehr erreichen können, irgendwann ist das elektrische Einrad dann nur noch nach einem Austausch des Akkus nutzbar. Dennoch existiert eine gewisse Leistung, die der Hersteller garantiert. Erreicht der Akku diese Leistung nicht, spricht man von einem Akku-Defekt – der Versicherer ist gefordert.

Elektroschäden
Schäden an der Elektronik sind vor allem bei strombetriebenen Fahrzeugen ein großes Ärgernis. Hier gehen oft nicht nur einige wenige Funktionen verloren, wie bei Kraftfahrzeugen, sondern unter Umständen die gesamte Fahrtüchtigkeit des Einrades.

Konstruktionsfehler
Der größte Teil der Konstruktion eines elektrischen Einrads findet noch immer durch Menschenhand statt und nicht durch Roboter. Das heißt, dass bei der Konstruktion Fehler auftreten können. Selbst leichte Konstruktionsfehler können im Straßenverkehr unter Umständen fatale Folgen nach sich ziehen. Entsprechend können Käufer ihr elektrisches Einrad auch gegen diese Fehler versichern.

Produktionsfehler
Selbst in streng überwachten Fertigungshallen und bei einem hohen Standard der Qualitätssicherung kann es passieren, dass einzelne Elemente bereits mit einem defekte produziert werden. Der Versicherer spricht dann von einem Produktionsfehler. Den Käufer trifft keine Schuld, da viele Produktionsfehler vor dem Kauf nicht zu erkennen sind.

Materialfehler
Metall, Kunststoff & Co. sowie die chemischen Bestandteile des Akkus können auch Fehler im Material erleiden. Diese Mängel können sehr gefährlich sein, wenn etwa die geforderte Steifigkeit des Materials nicht gegeben ist und ein Bauteil des Einrads plötzlich bricht. Der Käufer ist hier komplett unschuldig, weshalb die Versicherung einspringt.

Ab wann ist eine Elektrisches Einrad Versicherung sinnvoll?

Die Beantwortung dieser Frage hängt in der Regel vom Wert des elektrischen Einrads ab. Der Markt bietet beispielsweise günstige Modelle für Einsteiger mit einem Wert von weniger als 500 Euro an. Da der Wert nicht besonders hoch ist und im Verlustfall somit kein allzu großer finanzieller Schaden entsteht, ist es normalerweise empfehlenswert, in diesen Fällen nur mit einer klassischen Hausratsversicherung zu arbeiten. Die Prämien, die für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung anfallen, stehen im Regelfall nicht in einem gesunden Verhältnis zum Wert des Fahrzeugs.

Gleichzeitig bieten die Hersteller jedoch auch Einräder mit einem Wert von mindestens 500 Euro an, auch vierstellige Beträge sind schnell erreicht. Hier lohnt sich meist bereits der zusätzliche Abschluss einer Teil- oder Vollkaskoversicherung. Generell gilt: Vorher sollten Antragsteller darauf achten, die maximale Versicherungssumme zu prüfen. Hier existieren teilweise eklatante Unterschiede zwischen den Versicherern und ihren Leistungspaketen.

Zu beachten ist weiterhin, dass das Höchstalter des elektrischen Einrads zu Beginn der Versicherung festgelegt ist. Es liegt immer in einem Zeitraum von 6 bis 12 Monaten. Hintergrund dieser Entscheidung ist die Tatsache, dass elektrische Einräder (ebenso wie alle anderen Gegenstände im täglichen Gebrauch) natürlichem Verschleiß unterliegen. Kein Versicherer möchte ein bereits schwer in Mitleidenschaft gezogenes Gerät noch kurz vor dessen “Ableben” versichern.

Elektrisches Einrad optimal versichern

Aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Versicherer ist es nicht immer einfach, die beste Lösung für das eigene elektrische Einrad zu finden. Mit den folgenden Tipps fällt es leichter, sich eine ideale Versicherung zuzulegen und keine Fehler bei der Auswahl zu machen.

Hausratversicherung inkl. Elektrisches Einrad Schutz

Die klassische Hausratversicherung, die auch das elektrische Einrad beinhaltet, kann oft schon genug sein. Dazu hilft ein Blick auf die folgenden Fragen:

– Die finanzielle Absicherung gegen einfachen Diebstahl steht im Vordergrund?
– Das elektrische Einrad wird jeden Tag mindestens einmal genutzt?
– Das Fahrzeug bleibt niemals unbeaufsichtigt einfach auf der Straße oder anderswo unter freiem Himmel stehen?

Wer diese Fragen mit einem Ja beantworten kann, ist mit einer gewöhnlichen Hausratversicherung gut bedient. Die Absicherung umfasst hier alle Werte bis 500 Euro. Außerdem ist das elektrische Einrad automatisch abgesichert, wenn es sich im Haushalt befindet. Zu beachten ist, dass die Nachtklausel in diesen Versicherungen Diebstahl im Zeitraum zwischen 22:00 Uhr abends und 6:00 Uhr morgens meist ausschließt.

Separate Elektrisches Einrad Versicherung

Eine zusätzliche Teil- oder Vollkaskoversicherung kann unter Umständen ebenfalls eine kluge Investition sein. Dabei helfen die folgenden Fragen:

– Das elektrische Einrad hat einen Wert von mindestens 500 Euro?
– Der Versicherungsschutz soll möglichst umfangreich ausfallen und auch eher unwahrscheinlich Ereignisse beinhalten?

In diesen Fällen ist eine separate Versicherung eine gute Idee. Als Faustregel gilt: Je weiter sich das elektrische Einrad von den erwähnten 500 Euro abhebt, desto wichtiger wird eine Teil- oder Vollkaskoversicherung, da im Versicherungsfall der entstehende Schaden deutlich höher ist. Zu beachten ist hier, dass diese Art der Versicherung nur für ein einziges, bestimmtes elektrisches Einrad gilt (anders als bei der Hausratversicherung, die alle Räder im Haushalt berücksichtigt).

Die bei der Haftpflichtversicherung erwähnte Nachtklausel existiert in der Regel nicht. Es empfiehlt sich jedoch, sich nicht blind auf diese Aussage zu verlassen und sicherheitshalber alle Klauseln und Einschränkungen vor Abschluss der Versicherung zu überprüfen.

Richtige Versicherungssumme

Die Versicherungssumme ist derjenige Betrag, den der Versicherte im Schadensfall von der Versicherung erhält. Um diese Summe möglichst akkurat festzulegen, ist ein wenig Kenntnis über das elektrische Einrad und das Zubehör notwendig. Eine ideale Summe entspricht dem Kaufpreis (nicht dem aktuellen Wert!) des Einrades inklusive des eventuell vorhandenen Sicherheitsschlosses und etwaigem Zubehör, das fest am Fahrzeug installiert ist. Mit steigendem Wert steigt also auch die Versicherungssumme.

Es ist nicht sinnvoll, das elektrische Einrad zu überversichern. Dies führt nur dazu, dass sich die monatlichen Prämien für die Versicherung erhöhen. Zwar würden Versicherte im Schadensfall auch mehr Geld bekommen, dies deckt aber meist nicht die monatlich zu viel gezahlten Beiträge ab. Ebenfalls nicht sinnvoll sind Absicherungen beispielsweise gegen Erdbeben oder Tornados – weil diese Phänomene in Deutschland einfach zu selten auftreten. Die ideale Versicherung für das elektrische Einrad beinhaltet daher einen realistischen Blick auf den tatsächlichen Bedarf und die Kenntnis über die genaue Versicherungssumme.

Wie versichere ich mein Elektrisches Einrad?

Der Prozess der Versicherung eines elektrischen Einrads läuft genauso ab wie bei vielen anderen Versicherungen auch: Zuerst gilt es, einen Antrag beim Versicherer zu stellen. Sollten keine ungewöhnlichen Angaben in dem Antrag auftauchen, werden die Versicherer meist auch zustimmen.

Dazu benötigen die Versicherer die folgenden Daten:

(Angaben übersprungen)

Abhängig vom Versicherer sind jetzt zwei Szenarien denkbar: Einige Versicherer gewähren den Versicherungsschutz bereits dann, wenn der Antrag abgesendet und die anschließende Einwilligung zur monatlichen Lastschrift (zum Zweck der Abbuchung der Versicherungsbeiträge) beim Versicherer eingeht. Bei anderen Versicherern gilt der Schutz erst dann, wenn der erste Versicherungsbeitrag auf dem Konto zu verzeichnen ist oder der erste Tag des folgenden Monats anbricht. Falls ein möglichst sofortiger Versicherungsschutz angestrebt wird, sollten diese wichtigen Details vorher geklärt werden.

Voraussetzungen für Diebstahlschutz

Um in den Genuss eines Diebstahlschutzes zu kommen, müssen Versicherte auch einigen Pflichten nachkommen. Beispielsweise schreiben die Versicherer vor, dass Markenschlösser verwendet werden müssen, um das elektrische Einrad zu sichern. Günstige (und damit auch billige) Ware ohne Markennamen, womöglich günstig gekauft über einen Importhändler, ist nicht zulässig und kann dazu führen, dass der Versicherer keinen Schadensersatz leistet.

Außerdem muss der Versicherer durch Vorlage eines passenden Schlüssels beweisen, dass das Einrad auch wirklich gestohlen wurde. Andernfalls kann es sein, dass der Versicherte den Schlüssel einfach verloren hat und der Finder sich das elektrische Einrad auf diese Weise angeeignet hat. Damit wäre der Versicherte seiner Pflicht, alles Zumutbare zu tun, um einen Diebstahl zu verhindern, nicht nachgekommen – ergo zahlt auch die Versicherung nicht.

Schadensregulierung

Um anschließend Schadensersatz zu erhalten, sind einige Schritt notwendig:

– Der Versicherte sollte alle notwendigen Unterlagen mitnehmen und damit zu einem Fachhändler gehen. Abhängig vom Fachhändler geht das auch online. So lässt sich der genaue Schaden ermitteln, da der Fachhändler die Summen, um die es geht, exakt kennt.

– Anschließend erfolgt die Erstattung einer Anzeige bei der Polizei.

– Innerhalb der nächsten 7 Arbeitstage sollte die Ausfüllung und Einreichung der Schadensanzeige erfolgen.

– Danach dauert es weitere 5 Arbeitstage, bis der Versicherer entweder zustimmt, den Schaden zu decken oder die Schadensdeckung ablehnt.

– Bei einer Zusage (was in den allermeisten Fällen geschehen sollte) wird der Schaden innerhalb von 5 weiteren Arbeitstagen reguliert – das heißt, dass die Versicherungssumme auf dem Konto eingehen sollte.

Insgesamt dauert der gesamte Prozess somit etwa 17 Arbeitstage, in Einzelfällen kann es auch schneller gehen oder mehr Zeit in Anspruch nehmen. Sollte nach Ablauf von 4 bis 6 Wochen noch nichts geschehen sein, kann es nicht schaden, beim Versicherer nachzufragen.