Stromverbrauch Infrarotheizung (mit Tabelle und Online-Rechner)
Infrarotheizungen gelten als moderne Alternative zu klassischen Heizsystemen. Statt die Luft zu erwärmen, schicken sie angenehme Wärmestrahlung direkt auf Wände, Möbel und Menschen. Das führt zu einem wohlig warmen Gefühl, obwohl die Raumluft kühler bleiben kann. Doch wie hoch ist der Stromverbrauch wirklich? Wie wirken sich Raumgröße, Heizleistung und Dämmqualität aus? Dieser Artikel hilft dir, die wichtigsten Faktoren zu verstehen und deinen persönlichen Bedarf zu ermitteln.
Rechner: Stromverbrauch Infrarotheizung
Um eine realistische Einschätzung zu erhalten, bietet der folgende Online‑Rechner eine einfache Möglichkeit, den ungefähren Jahresverbrauch zu ermitteln. Du gibst deine Raumgröße, die Leistung der Heizung sowie den Dämmstandard an. Der Rechner liefert dir sowohl den Stromverbrauch pro Stunde bei voller Leistung als auch eine grobe Jahresprognose. Die Kosten werden anhand eines durchschnittlichen Strompreises von 35 bis 45 Cent pro Kilowattstunde berechnet. Bitte beachte, dass es sich um Richtwerte handelt, da individuelle Wohnbedingungen und Nutzungsgewohnheiten den Verbrauch erheblich beeinflussen können.
Stromverbrauch & Kosten berechnen
Berechne überschlägig den Stromverbrauch einer Infrarotheizung anhand von Raumgröße, Heizleistung und Dämmstandard.
Der Rechner ist besonders hilfreich, wenn du eine neue Heizung planst oder deine bestehende Anlage analysieren möchtest. Er ersetzt jedoch keine individuelle Fachberatung.
Durchschnittlicher Stromverbrauch pro Jahr
Die folgende Tabelle zeigt den geschätzten Jahresverbrauch einer Infrarotheizung, wenn ausschließlich mit Infrarot beheizt wird. Die Werte basieren auf 200 Heiztagen pro Jahr und durchschnittlich vier Heizstunden täglich. Je besser die Dämmung, desto geringer der benötigte Anschlusswert und damit auch der Stromverbrauch.
| Fläche (m²) | Gut gedämmt (ca. 50 W/m²) |
Mittel gedämmt (ca. 70 W/m²) |
Schwach gedämmt (ca. 90 W/m²) |
|---|---|---|---|
| 10 | ca. 400 kWh/Jahr | ca. 560 kWh/Jahr | ca. 720 kWh/Jahr |
| 20 | ca. 800 kWh/Jahr | ca. 1 120 kWh/Jahr | ca. 1 440 kWh/Jahr |
| 30 | ca. 1 200 kWh/Jahr | ca. 1 680 kWh/Jahr | ca. 2 160 kWh/Jahr |
| 50 | ca. 2 000 kWh/Jahr | ca. 2 800 kWh/Jahr | ca. 3 600 kWh/Jahr |
| 80 | ca. 3 200 kWh/Jahr | ca. 4 480 kWh/Jahr | ca. 5 760 kWh/Jahr |
| 100 | ca. 4 000 kWh/Jahr | ca. 5 600 kWh/Jahr | ca. 7 200 kWh/Jahr |
Aus diesen Zahlen lassen sich grob die jährlichen Kosten ableiten. Ein mittlerer Verbrauch von rund 1 120 kWh/Jahr (z. B. 20 m² mit mittlerer Dämmung) verursacht bei 35–45 Cent pro kWh ungefähr 392–504 € pro Jahr. Größere Flächen oder schlechtere Dämmung erhöhen den Verbrauch und somit die Kosten entsprechend.
So funktioniert die Infrarottechnik
Infrarotstrahler senden langwellige Strahlung aus, die mit dem Gefühl von Sonnenwärme vergleichbar ist. Diese Strahlung durchdringt die Raumluft praktisch verlustfrei und trifft auf feste Oberflächen wie Wände, Decken, Möbel oder den menschlichen Körper. Dort wird die Energie absorbiert und in Wärme umgewandelt, die wiederum an die Umgebung abgegeben wird. Da nicht die Luft, sondern die Gegenstände erwärmt werden, entsteht ein angenehmes Wärmegefühl bei geringerer Raumtemperatur. Zusätzlich wird die erwärmte Luft nicht in Bewegung versetzt, es gibt keine trockene Luft oder Staubaufwirbelung. Dadurch eignet sich diese Heiztechnik gut für Allergiker und sorgt für eine gleichmäßige Wärmeverteilung.
Energieverlust im Vergleich zu anderen Heizungsarten
Klassische Heizsysteme erwärmen zunächst die Raumluft und setzen auf Konvektion. Die warme Luft steigt auf, kühlt an kalten Oberflächen ab und sinkt wieder ab. Bei diesem Kreislauf gehen Energie und Wärme an Fenstern, Türen oder Rohrleitungen verloren. Infrarotheizungen hingegen wandeln nahezu die gesamte zugeführte elektrische Energie in Strahlungswärme um und schicken sie gezielt an die zu erwärmenden Flächen. Deshalb gibt es kaum Wärmeverluste durch Luftzirkulation. Zudem lassen sich einzelne Räume gezielt beheizen, sodass keine Energie für ungenutzte Bereiche verschwendet wird. In vielen Haushalten sind Infrarotheizungen im Betrieb um 20 bis 50 Prozent günstiger als traditionelle elektrische Heizkörper. Zu beachten ist allerdings, dass sie dennoch von der Höhe der Strompreise abhängen und nicht in jeder Situation die beste Lösung darstellen – zum Beispiel in schlecht gedämmten Altbauten oder sehr großen, offenen Räumen.
Infrarotheizung als Zusatzheizung
Viele Nutzer setzen Infrarotstrahler als Ergänzung zur bestehenden Heizung ein. Durch die schnelle Reaktionszeit liefern sie umgehend Wärme, etwa im Badezimmer, im Home‑Office oder in selten genutzten Gästezimmern. Das spart Energie, da du die zentrale Heizung niedriger einstellen und nur einzelne Räume bei Bedarf mit Infrarot nachheizen kannst. In Übergangszeiten – also im Frühling und Herbst – können Infrarotheizungen die Hauptheizung zeitweise komplett ersetzen und so zusätzliche Energie sparen. Achte dabei auf eine passende Regelung mittels Thermostat, um unnötige Laufzeiten zu vermeiden.
Wie viel Watt pro Quadratmeter werden empfohlen?
Die erforderliche Leistung hängt maßgeblich von der Dämmqualität ab. Für gut isolierte Neubauten reichen oft 50 Watt pro Quadratmeter, da durch hochwertige Fenster und Dämmung nur geringe Wärmeverluste entstehen. In durchschnittlich gedämmten Wohnungen liegen die Empfehlungen bei etwa 70 Watt pro Quadratmeter. Altbauten mit schlechter Dämmung benötigen bis zu 90 Watt pro Quadratmeter, manchmal sogar noch mehr, wenn viele Außenwände oder undichte Fenster vorhanden sind. Diese Richtwerte helfen bei der Auswahl der Paneele, ersetzen jedoch keine fachliche Heizlastberechnung. Eine etwas höhere Leistung sorgt dafür, dass die Heizung weniger lang laufen muss, ohne den Verbrauch dramatisch zu erhöhen.
Zukunftsaussichten: Ist Infrarot als Heizung sinnvoll?
Angesichts steigender Energiekosten und dem Wunsch nach klimafreundlichen Lösungen rücken elektrische Heizsysteme immer stärker in den Fokus. Infrarotheizungen haben den Vorteil, dass sie wartungsfrei sind, keine beweglichen Teile besitzen und eine Lebensdauer von oft über 20 Jahren erreichen. Werden sie mit Ökostrom betrieben, arbeiten sie komplett emissionsfrei. Für gut gedämmte Wohnungen oder Häuser kann eine Infrarotheizung daher eine sinnvolle Alternative sein. In unsanierten Gebäuden kann sie als Ergänzung oder Übergangslösung dienen. Wichtig für die Zukunft ist der Ausbau erneuerbarer Energien, denn nur so können elektrische Heizsysteme auch ökologisch überzeugen. Dank technischer Fortschritte (z. B. intelligente Thermostate) wird die Effizienz weiter steigen.
Kombi aus Infrarotheizung und Solarenergie möglich
Eine besonders attraktive Option ist die Kombination aus Infrarotheizung und eigener Solaranlage. Der Strom einer Photovoltaikanlage kann unmittelbar genutzt werden, um die Infrarotpaneele zu betreiben. Du profitierst damit mehrfach: geringere Energiekosten durch selbst erzeugten Strom, weniger CO2-Emissionen und eine höhere Unabhängigkeit von Energieversorgern. Überschüssige Solarenergie lässt sich in Batteriespeichern für den Abend oder trübe Tage speichern oder gegen Vergütung in das öffentliche Netz einspeisen. Da Infrarotpaneele einen niedrigen Leistungsbedarf haben und flexibel installiert werden können, passen sie gut zu kleineren Solaranlagen. Mit intelligenter Steuerung heizt du Räume dann, wenn die Sonne scheint, und reduzierst den Strombezug aus dem Netz.
